Foyerausstellung „Wilhelm Liebknecht und die Arbeiter:innenbewegung“

Seit dem 16. Mai ist im Foyer des DGB-Hauses in Gießen die Ausstellung „Wilhelm Liebknecht und die Arbeiterbewegung“ zu sehen. Anlass ist der 200. Geburtstag Wilhelm Liebknechts, der am 29. März 1826 in Gießen geboren wurde.

Zehn großformatige Ausstellungstafeln zeichnen zentrale Stationen der frühen Arbeiterbewegung nach: Liebknechts politische Ideen, die Entstehung von Gewerkschaften und Arbeiterparteien, Repression und Sozialistengesetze, Internationalismus, Frauen in der Bewegung sowie die Frage, welche Kämpfe bis heute fortgeführt werden. In der Ausstellung verteilte QR-Codes, die mit dem Smartphone gescannt werden können, öffnen Videos, Podcasts sowie Auszüge aus Wilhelm Liebknechts Erinnerungen und Reden zum Nachhören.

Dabei schlägt die Ausstellung immer wieder bewusst die Brücke in die Gegenwart. Auf den letzten Tafeln werden aktuelle Arbeitskämpfe, soziale Ungleichheit, Strukturwandel und demokratische Herausforderungen thematisiert. Fotos von Streiks, Demonstrationen und gewerkschaftlichen Aktionen aus Mittelhessen verdeutlichen: Die Geschichte der Arbeiterbewegung ist nicht abgeschlossen.

Robin Mastronardi, Geschäftsführer vom DGB Mittelhessen erklärt: „Wilhelm Liebknecht ist nicht nur eine historische Persönlichkeit, sondern jemand, dessen Fragen bis heute aktuell geblieben sind: Wie organisieren Beschäftigte Solidarität? Wie verteidigen wir Demokratie, soziale Errungenschaften und Arbeitsrechte? Genau darum geht es in dieser Ausstellung.“

Konzipiert, recherchiert und grafisch umgesetzt wurde die Ausstellung vom Historiker Valentin J. Hemberger. Er betont: „Die Arbeiterbewegung war nie nur Vergangenheit. Viele Errungenschaften, die heute selbstverständlich erscheinen – vom 8-Stunden-Arbeitstag bis zu Mitbestimmungsrechten im Betrieb – mussten hart und oftmals blutig erkämpft werden. Die Ausstellung soll zeigen, dass soziale Rechte immer Ergebnis gemeinsamer Organisierung und gesellschaftlicher Auseinandersetzungen sind.“

Neben klassischen historischen Themen widmet sich die Ausstellung auch „weniger bekannten“ Aspekten: So wird etwa Liebknechts Tätigkeit als Journalist, Redakteur und Zeitungsgründer beleuchtet. Liebknecht verstand Pressearbeit als Mittel politischer Bildung und demokratischer Aufklärung. Ebenso thematisiert die Ausstellung seine handwerkliche Ausbildung zum Zimmermann in Gießen und seine Verbindung zur Stadt.