Wilhelm Liebknecht

Wilhelm Liebknecht

Mehr über Wilhelm Liebknecht

Wilhelm Liebknecht war als Revolutionär an der 1848er-Revolution beteiligt, die die Gründung des ersten deutschen Nationalstaats zur Folge hatte. Neben August Bebel war er Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie, leidenschaftlicher Parlamentarier und entschiedener Kriegsgegner. Aufgrund seiner politischen Überzeugungen wurde er verfolgt, mehrfach inhaftiert und lebte in der Schweiz und in London im Exil. Er war Journalist, unter anderem Chefredakteur des „Vorwärts“, und Reichstagsabgeordneter. Sein Wirken ist bis heute parteiübergreifend relevant: Er betonte die zentrale Bedeutung von Bildung und setzte sich für die Selbstorganisation und politische Institutionalisierung der Arbeiterbewegung ein. Seine Werte Gerechtigkeit, Solidarität und Freiheit sind bis heute zentral für jede Demokratie.

Als er am 7. August 1900 in Charlottenburg starb, ehrten ihn rund 150 000 Menschen als eine von zwei Führungsfiguren der deutschen Sozialdemokratie.

Wilhelm Liebknecht steht für Freiheit, Bildung, Demokratie, Frieden und soziale Gerechtigkeit

Das freie und einige Deutschland und die Emanzipation des arbeitenden Volkes, d. h. die Abschaffung der Klassenherrschaft, was gleichbedeutend ist mit der Befreiung der Menschheit. Für dieses Doppelziel habe ich nach besten Kräften gekämpft und für dieses Doppelziel werde ich kämpfen, solange ein Hauch in mir ist. Das will die Pflicht!

Soziale Gerechtigkeit

» Das freie und einige Deutschland und die Emanzipation des arbeitenden Volkes, d. h. die Abschaffung der Klassenherrschaft, was gleichbedeutend ist mit der Befreiung der Menschheit. Für dieses Doppelziel habe ich nach besten Kräften gekämpft und für dieses Doppelziel werde ich kämpfen, solange ein Hauch in mir ist. Das will die Pflicht! «

Das Zitat ist eine Stellungnahme Wilhelm Liebknechts beim Leipziger Hochverratsprozess im März 1872

Frieden

» Wozu denn diese gewaltigen Rüstungen? Welche Nation bedroht uns? «

(Wilhelm Liebknecht im Jahr 1900 im Reichstag)

Frieden

» Das Wort ›Vaterland‹ […] hat keinen Zauber für uns; Vaterland in Eurem Sinne ist uns ein überwundener Standpunkt, ein reaktionärer, kulturfeindlicher Begriff; die Menschheit lässt sich nicht in nationale Grenzen einsperren; unsere Heimat ist die Welt […]. «

(1871)

Demokratie

» Weil wir die Untrennbarkeit der Demokratie und des Sozialismus begriffen haben, nennen wir uns Sozialdemokraten. «

(1869)

Demokratie

» Sozialismus und Demokratie sind nicht dasselbe, aber sie sind nur ein verschiedener Ausdruck desselben Grundgedankens; sie gehören zueinander, ergänzen einander, können nie miteinander in Widerspruch stehen. […] Der demokratische Staat ist die einzig mögliche Form der sozialistisch organisierten Gesellschaft. «

Freiheit und Bildung

» Wissen gibt Macht, und weil es Macht gibt, haben die Wissenden und Mächtigen von jeher das Wissen als ihr Kasten-, ihr Standes-, ihr Klassen-Monopol zu bewahren, und den Nichtwissenden, Ohnmächtigen – von jeher die Masse des Volkes — vorzuenthalten gesucht. So ist es zu allen Zeiten gewesen, so ist es noch heute. «

Freiheit und Bildung

» „Durch Bildung zur Freiheit“ – das ist die falsche Losung, die Losung der falschen Freunde. Wir antworten: Durch Freiheit zur Bildung! Nur im freien Volksstaat kann das Volk Bildung erlangen. Nur wenn das Volk sich politische Macht erkämpft, öffnen sich ihm die Pforten des Wissens. «